Claude Code in 1 Tag: Start mit Irritation: Erfahrungsbericht Teil 1
- Timon Fiddike
- AI-Coding
- 21 Apr, 2026
Geschrieben von Fachexperten:
Timon Fiddike, CST®, Machine Learning seit 2005
Zusammenfassung
Als Menschen kann uns Neues manchmal sehr irritieren, insbesondere wenn wir etwas eigentlich schon gut können. Ich betreibe AI-Coding seit Frühjahr 2025 sehr intensiv. In 2026 mache ich mit Claude Code eine neue Erfahrung, einschließlich einiger Irritationen. Mir meine eigene menschliche Reaktion bewusst zu machen, hilft mir, mit Verständnis und Respekt vorzugehen, wenn ich in meinen AI-Coding Workshops mit Menschen arbeite, für die etwas noch neu ist.
Inhalt
Dieser Artikel ist Teil 1 einer Serie über Claude Code und versteht sich als Ergänzung zum Artikel AI-Coding Lernen: Ein Weg in 10 Schritten: Ein Erfahrungsbericht, denn dort habe ich vor allem Cursor verwendet. Natürlich kann man die dort beschreibenen 10 Schritte auch mit Claude Code nutzen.
Warum in 2026 erst Claude Code?

Seit 2010 arbeite ich an Legacy Code in PHP vor allem mit PHPStorm (einer IntelliJ IDE Variante von JetBrains). Bei der Arbeit mit Legacy Code haben die meisten Kunden bisher sehr viel Wert darauf gelegt, dass Änderungen aufmerksam durch Menschen geprüft werden und so wollte ich im Frühjahr 2025 zunächst einmal wieder eine IDE verwenden und nicht direkt auf die Kommandozeile springen. Cursor hat als IDE und Agent dann erst einmal sehr gut funktioniert. Natürlich gab es ein paar neue Tastenkombinationen zu lernen, aber ich habe mich letztlich schnell zu Hause gefühlt.
Im Frühjahr 2025 war es noch wichtig, jeweils früh Zugriff auf die neusten Modell zu haben. Zu diesem Zeitpunkt hat Claude Sonnet 3.5 noch erheblich besser funktioniert als die GPT Modell von OpenAI oder die Gemini Modelle von Google. In 2026 ist die Konkurrenz schon deutlich besser geworden und liefert (wenn der Workflow gut ist) auch gute Ergebnisse. In Cursor war der Wechsel von Modell zu Modell sehr leicht, man konnte auch in einer laufenden Session mit zwei Klicks zu einem anderen Modell eines beliebigen Anbieters wechseln. Nun ist seitdem aber die Zeit nicht stehen geblieben:
Anthropic hat in 2025 nicht nur regelmäßig mit Claude Opus und Claude Sonnet die jeweils besten Coding-Modelle veröffentlicht, sondern Claude Code als Agent auch sehr schnell und systematisch weiter ausgebaut.
Parallel wurde der Trend zum Vibe Coding immer stärker, d.h. Menschen erzeugen Code und liefern diesen, ohne ihn auch nur ein einziges Mal anzusehen. Im Kontext von Legacy Coding war das für mich zunächst einmal wenig relevant, aber zum Jahreswechsel 2025-2026 war der Trend in Richtung Claude Code dann so ausgeprägt, dass ich neugierig genug war, um mir einen ganzen Tag Zeit für die Erkundung von Claude Code zu nehmen.
Welches Abo Brauche ich?
Manche Aspekte von Claude kann man kostenlos ausprobieren, aber Claude Code erfordert mindestens ein “Pro” Abo.
Zum Preis von 17 $ / Monat enthält dieses dann automatisch auch Zugriff auf den Chat per Web, iOS, Android und die Desktop App. Das kommt mit entgegen, denn ich wollte ohnehin ein Chat Tool eines anderen Anbieters ersetzen und kann das andere Abo bei der Konkurrenz bei dieser Gelegenheit stoppen.
Welche Variante von Claude Code?
Mittlerweile gibt es etliche Varianten von Claude Code:
- CLI (Standardvariante)
- Extension für VScode / Cursor IDEs
- Extension für Jetbrains IDEs
- Claude Code Desktop
Ich habe insgesamt im Bereich AI-Coding schon viel ausprobiert, und dabei auch folgendes bemerkt: Sich (so gut es geht) zunächst am aktuellen Mainstream / Standard zu orientieren, macht vieles leichter. Phasenweise habe ich z.B. in der Cloud mit Amazon Linux entwickelt, bin dann aber auf Ubuntu gewechselt, weil es dadurch deutlich leichter war, die Integration mit Chrome zu realisieren. Mittlerweile bin ich der Einfachheit halber wieder bei macOS, weil das von deutlich mehr Entwicklern eingesetzt wird und es einfach leichter geht, aktuelle Tools darauf zum Laufen zu bringen.
Jenseits aller persönlichen Präferenzen will ich ja immer noch ein Ziel erreichen und ein Ergebnis produzieren. Entsprechend wähle ich das Werkzeug, das wir dabei hilft. In diesem Fall fällt meine Wahl also der Einfachheit halber auf Claude Code CLI. Und ich behalte im Hinterkopf, dass ich vielleicht später noch die Integration mit VScode / Cursor / Jetbrains erproben möchte.
Installation
Die Installation von Claude Code CLI braucht nur diesen Befehl:
curl -fsSL https://claude.ai/install.sh | bash
Es informiert mich, wie ich es in den Kommandopfad bringen kann:
echo 'export PATH="$HOME/.local/bin:$PATH"' >> ~/.zshrc && source ~/.zshrc
Und ist dann überall einsatzbereit:

Das CLI-typische Kommando, um die Hilfe zu sehen, existiert zwar, es ist aber für mich bei der ersten Anwendung wenig hilfreich.
claude --help

Ich versuche stattdessen, Claude Code ganz ohne Argument zu starten und werde nun Schritt für Schritt durch die ersten Einstellungen geführt, z.B. Darkmode:

Die Warnung vor Prompt injection ist vermutlich hilfreich, das nicht allen Nutzern diese Risiken bewusst sind:

Bei den Terminal Settings bin ich mir unsicher, behalte im Hinterkopf, dass sie existieren und wähle für den Augenblick den Standard.

Account verknüpfen
Den per Browser angelegten Account kann ich wie erwartet verknüpfen. Es ist einer dieser typischen Abläufe mit E-Mail und Bestätigungslink.
Bis hierher war also alles Claude Code spezifische sehr einfach.
Konfigurieren für ein spezifisches Projekt
Wenn man Claude Code erstmalig im Ordner eines spezifischen Projekts startet, kommt zunächst eine Sicherheitsfrage für den jeweiligen Ordner:

Die Begrüßung lädt mich ein, Claude per /init zu initialisieren:

Als ich /init eintippe, tauchen gleich einige interessante Vorschläge auf:

Natürlich möchte ich im Moment
/init Initialize a new CLAUDE.md file with codebase documentation
Aber ich bin nun auch neugierig auf /btw (für Zwischenfragen) und /compact (Kontext komprimieren mit Zusammenfassung) und notiere beides auf meiner Liste später.
Init läuft los …

Es wird eingeblendet, dass ich mit ESC unterbrechen könnte (“esc to interrupt” wird angeboten), aber ich möchte das Kommando erst einmal laufen lassen.

Hier fragt Claude Code erstmals eine Berechtigung an:

Init läuft dann wie erwartet weiter:

Ich frage mich nun, wie ich Claude Code proaktiv umfassendere Berechtigungen geben kann. In meinem mittlerweile seit mehr als einem Jahr etablierten Workflow war dies ein wertvoller Schritt, siehe auch Schritt 4: Agent mit Auto-Run Mode in VM.
Nun habe ich also Bedarf für das zuvor bemerkte /btw feature:

Wahrscheinlich möchte ich später ich den “auto” Modus erproben.
Für den Moment stolpere ich aber über etwas anderes:
Irritation: Was genau wird durch “ESC” unterbrochen?

Ich möchte aus dem oben gezeigten /btw wieder heraus, und hier gibt es eine Mehrdeutigkeit.
- “Escape to dismiss” steht unterhalb der Ausgabe von /btw
- “esc to interrupt” steht gleichzeitig weiterhin ganz unten, wo es auftauchte, als ich das /init command gestarte habe.
Was genau wird nun passieren, wenn ich “Escape” drücke? Ich vermute, dass einmaliges “Escape” das “Dismiss” für /btw ausgelöst, aber: Sicher bin ich mir nicht, weil ich diesen Fall noch nicht erlebt habe und für “esc” und “Escape” gleichzeitig zwei Verhalten beschriftet sind. Und ich möchte nicht die schon seit mehr als einer Minute laufende Analyse unterbrechen. Ich entscheide mich, zunächst einmal etwas abzuwarten.
Nach ca. 2 Minuten ist die Analyse abgeschlossen, ich drücke Escape und tatsächlich schließt sich nun nur das /btw. Dieser Moment von Unsicherheit ist an sich nicht weiter problematisch oder bedeutsam. Es ist grundsätzlich erst einmal normal, dass Menschen so reagieren, wenn sie mit neuen Dingen in Kontakt kommen. Wenn man für Jahre seine gewohnten Werkzeuge nutzt, dann aber viel Neues auf einmal entdeckt, kann es allerdings zu einiger Irritation und Stress führen.
Für Menschen, die an meinen AI-Coding Deep Dives oder Team Workshops teilnehmen, ist währendessen vieles auf einmal neu. Die aktuelle Gelegenheit macht mir noch einmal sehr bewusst, wie wichtig es ist, die menschlichen Aspekte dieser Arbeit zu berücksichtigen.
Konfiguration abschließen
Das /init Kommando ist nun abgeschlossen:
Explore(Explore codebase for CLAUDE.md)
⎿ Done (38 tool uses · 59.8k tokens · 1m 57s)

Kontext und Ausblick
Dieser Artikel ist Teil 1 einer Serie über Claude Code und versteht sich als Ergänzung zum Artike AI-Coding Lernen: Ein Weg in 10 Schritten: Ein Erfahrungsbericht, denn dort habe ich vor allem Cursor verwendet. Natürlich kann man die dort beschriebenen 10 Schritte auch mit Claude Code nutzen. Natürlich habe ich mit Claude Code gleich weiter gearbeitet:
Hier findest Du Teil 2 der Serie:
Claude Code in 1 Tag: Berechtigungen mit Irritation: Erfahrungsbericht Teil 2

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Über den Autor

Dr. Timon Fiddike
- Seit 2010 auf dem Pfad der Agilität
- Seit 2005 KI, AI, Machine Learning, siehe Werdegang
- Erfahrung als Entwickler im Team, Product Owner, Scrum Master, Geschäftsführer und Coach
- Höchste Zertifizierung: Certified Scrum Trainer® (weltweit ca. 220 Personen) für die Scrum Alliance®
- Erfahrung in Startup, Mittelstand & Konzern
- Integraler Coach – Ausbildung nach ICF ACTH-Standard
- Unterstützt mit Begeisterung das menschliche Wachstum, das agile Arbeit ermöglicht
- Geschäftsführer Agile.Coach GmbH & Co. KG